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SPD Friedelsheim.

Gefährdungsreaktoren abschalten :

Energie und Umwelt

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will alte, unsichere Atomreaktoren schneller stilllegen und jüngere Anlagen dafür länger laufen lassen. "Wir müssen von diesen Gefährdungsreaktoren weg, diesen alten Meilern", sagte Gabriel.

Nach der Pannenserie in den älteren Atommeilern Krümmel und Brunsbüttel hat sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am Dienstag im Deutschlandfunk dafür ausgesprochen, alte störanfälligere Atommeiler so bald als möglich abzuschalten. Ziel müsse sein, die Restlaufzeiten der alten auf moderne, besser gesicherte Anlagen zu übertragen. So sei es auch im Konsens zum Atomausstieg mit den Stromkonzernen vereinbart worden.

Gabriel möchte die AKW-Betreiber hierfür nach der Sommerpause zu Gesprächen einladen und ausloten, unter welchen Bedingungen alte Reaktoren früher abgeschaltet werden könnten. Die für einige ältere Atommeiler beantragten Laufzeitverlängerungen schloss er erneut kategorisch aus. "Was wir machen müssen, ist genau der umgekehrte Weg: alte Reaktoren, die uns ständig Schwierigkeiten machen wie Brunsbüttel, wie Biblis, wie Krümmel früher abschalten und dafür die jungen, modernen Reaktoren länger laufen zu lassen", bekräftigte Gabriel. Genau das sehe das Atomgesetz vor. Eine Notwendigkeit für neue gesetzliche Regelungen sei deshalb nicht gegeben. Zwar sei es aus Sicht der Stromkonzerne nachvollziehbar, die abgeschriebenen Reaktoren länger laufen zu lassen und so noch höhere Gewinne zu erwirtschaften. Für die Politik könne es aber bei der Sicherheit für die Bevölkerung keinerlei Abstriche geben. Klar sei, "dass sehr alte Reaktoren weniger sicherheitsoptimiert sind als junge Reaktoren", stellte Gabriel fest.

Personelle Konsequenzen bei Vattenfall begrüßt

Ausdrücklich begrüßte der Minister, dass sich der Energiekonzern Vattenfall am Montag von Bruno Thomauske, dem Geschäftsführer des Kernkraftwerkbereichs in Deutschland, getrennt hatte. Dieser habe "kein Interesse an Aufklärung" der Unglücksfälle in den Vattenfall-Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel gehabt und gegenüber der Öffentlichkeit eine "Bunkermentalität" an den Tag gelegt, kritisierte Gabriel. Seine Entlassung sei in Bezug auf Vattenfall als "ein erster Schritt aus der Deckung" zu werten.

Bundesamt für Strahlenschutz: Pannenhäufung in älteren Atomkraftwerken

Unterdessen hat der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, erneut auf die zunehmende Zahl "meldepflichtiger Ereignisse" bei älteren Atommeilern hingewiesen. Ältere Atommeiler seien "aufgrund ihrer größeren Komplexität und ihrer eben auch in die Jahre gegangenen Technik durchaus anfälliger", stellte König im Deutschlandfunk fest. Neben der größeren Störanfälligkeit gebe es zudem weitere Sicherheitsrisiken alter Atommeiler - etwa bei einem Terroranschlag: "Ältere Kraftwerke haben bei weitem nicht den mechanischen Schutz, den neuere Kraftwerke haben, zum Beispiel bei einem gezielten Anschlag mit einem Flugzeug", warnte der Strahlenschutz-Experte.

 

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